Star Citizen – faszinierend, visionär, manchmal nervig, spaßig und vor allem nicht fertig!

Ich spiele nun seit mehreren Tagen das Space-MMO Star Citizen. Das erste Mal so intensiv und auch so lange. Liegt einfach daran, dass es dieses Mal auf meinem zwei Jahre alten Rechner (RTX 3060, 8GB VRAM, 16GB RAM) ansatzweise gut läuft. Performance und Star Citizen sind zwar immer noch zwei Paar Schuhe, aber das Grundgerüst, die Optik und die Vision dahinter faszinieren mich einfach.

Das MMO mit seinem persistenten Universum hat aber auch, das kann man gar nicht deutlich und oft genug sagen, seine Schwächen. Egal was passiert: Es. Ist. Eine. Alpha! Eine Aussicht auf das, was es mal werden soll. Ein Zukunftsversprechen, an dem der Entwickler Cloud Imperium Games, kurz CIG, seit satten 13 Jahren werkelt.

Ein Vision mit Pionieren

Wenn man sich die Entwicklung von Star Citizen anschaut, wird man gleichzeitig staunen, aber auch kritisch ihr gegenüberstehen. CIG sind in dem, was sie tun und was sie da entwickeln schlicht Pioniere. Die Technik die hinter dem Space-MMO steckt, musste von ihnen erst entwickelt werden. Wenn man sich damit beschäftigt, fallen ständig Begriffe wie LIVE, PTU, neue Alpha, Bugs, Server Meshing, Abstraktionsschicht, Layer, Star Engine. Einige dieser Dinge musste CIG erst entwickeln oder für sich stark anpassen, damit Star Citizen in seinem Konzept erst grundlegend möglich wird.

Denn das Spiel ist keine normale Open World. Es ist ein Open Universe! Genau so. Du kannst nahtlos von einem Planeten ins All starten, von einem System ins andere fliegen, ohne jemals einen Ladebildschirm zu sehen. Ja, ein anderes Spiel bekommt dies auch hin. Aber No Man´s Sky generiert prozedural seine Planeten immer erst, wenn man auf die Oberfläche kommt. Bei Star Citizen ist das alles IMMER da.

Eine Entwickler mit Kritik

Wenn man sich dann noch weiter und tiefer mit Star Citizen beschäftigt wird man früher oder später auch mit der Kritik gegen CIG und ihren Gründer Chris Roberts (Wing Commander, Freelancer) konfrontiert. Warum? Sagen wir es so, der Herr ist Visionär, verspricht viel und will auch oft „zu viel“. Ob er liefert steht oft – sorry – in den Sternen XD Man sieht beeindruckende Dinge, man sieht in der Entwicklung aber auch Fortschritte wie Rückschritte. Im Negativen wie im Positiven.

Ich habe mir dazu viele, viele Videos von dem Youtuber Knebel angeschaut, dessen Kanal sich fast ausschließlich um Star Citizen dreht. Von Patches die das Spiel in der Qualität schlechter machen, über Features die kommen und auch gern mal wieder entfernt werden. Über kleine Fortschritte, aber auch massive Mängel in der Kommunikation gegenüber den Spielern.

Am Ende des Ganzen muss man aber Star Citizen als Sandbox ansehen. Man kann es spielen, aber man spielt halt eine Version die voll in der Entwicklung steckt. Darauf wird man beim Kauf hingewiesen und man muss es jedes Mal bestätigen wenn man es startet.

Ein Technik zum Staunen

CIG verwendet die Star Engine. Eine Engine die stark modifiziert wurde und auf der CryEngine vom deutschen Entwickler Crytek basiert. Viele werden die Spiele Hunt: Showdown oder Far Cry sowie Crysis kennen. Alles Titel die die CryEngine als Grafikmotor nutzen. Star Citizen hat aber wie gesagt eine stark modifizierte Version die teils völlig neue Technologien beinhaltet.

Hinzu kommt etwas, an dem CIG seit Jahren werkelt: Eine Technik, die es erlaubt, dass ihr, wenn ihr euch in dem Open Universe bewegt, automatisch die Server wechselt. Denn ein einzelner Server oder das klassische Verfahren würde das Ganze gar nicht stemmen können. Dadurch – zumindest laut einiger Videos – läuft Star Citizen auch etwas performanter. Gibt auch noch andere Technologien wie Genesis, die das erstellen von Planeten vereinfacht. Aber da stecke ich ehrlich gesagt zu wenig drin.

Bugs, Buuuuugs. Buuuuuuuuuuuuugs!

Als ich vor ein paar Tagen anfing im Rahmen des Free-Fly-Events – da kann man kostenlos SC in vollem Umfang zocken – anfing zu spielen, bin ich ehrlich gesagt mit einer anderen Erwartung herangegangen. Was habe ich erwartet? Das es runder läuft, und das man den Alpha-Status nicht allzu dolle anmerkt.

Was. Ein. Deppenhafter. Fehler.

Wenn ihr mit Star Citizen anfangt, werdet euch einer Sache bewusst: Ihr spielt ein unfertiges Produkt. Punkt. Ihr werdet Sessions erleben, da funktioniert gar nichts, dann wieder welche, da geht alles problemlos und eine Mischung aus all dem. Oftmals ging bei mir etwas nicht und ich fragte mich oft. Bin ich nun zu dämlich oder ist das wieder ein Bug? Meistens ist es Letzteres! Ist so, und damit muss man sich vorerst mit anfreunden oder nicht. Wer das nicht ab kann, spielt es bitte nicht. Star Citizen kann nerven. Abartig nerven! Aber auch extrem viel Spaß machen und einem total das Grinsen ins Gesicht hämmern.

Das ist das Mobiglas – faktisch eine Smartwatch. Sieht cool aus, aber die Hälfte davon funktioniert so lala.

Es gibt teils Menüs, die hängen, Türen die nicht aufgehen, dann wird die Hangaranfrage nicht bearbeitet, es gibt hässliche Framedrops, mittendrin Serverfehler, das Spiel stürzt komplett ab, matschige nicht ladende Texturen, Transport-Items – übrigens Danke an dem Abend für nix! – die während des Flug aus dem Raumschiff fallen, kaputte Quests, Menüs die nicht richtig funktionieren oder arg schlecht gestaltet sind, ein Inventar-Clusterfuck. Ich höre lieber auf XD Aber ja, alles erlebt und dann kommt eine Session, der sich Star Citizen bei dir richtig dolle einkratzen. Da funzt einfach alles.

Reinkommen ins Spiel. Uff! Neben den Bugs hat Star Citizen leider noch eine Schwäche. Es führt im aktuellen Alpha-Status seine Spieler/innen nur rudimentär ein. An vielen Stellen fehlen Tutorials die die Funktionsweise von den Mechaniken erklären. Eine große Hilfe sind dabei Youtuber wie Knebel und Holy13Gaming. Letzterer hat mir mit seinem Guide geholfen grundlegend im Spiel klarzukommen. Danke dafür! Daher hier nochmal das Video:

Grafik, die einen umhaut!

Ich habe ehrlich gesagt noch kein Space-Game gesehen, das so verdammt gut aussieht. Kein Wunder die Star Engine ist ja auch ein Grafikmotor der seinesgleichen sucht. Die Sonnenaufgänge, die Details der Schiffe, die Lichtstimmungen. Die Übergänge von All zum Planeten, die cool aussehenden Waffen. Wie das aussieht, wenn man den Quantum Drive benutzt. Hach, mein Herz für Grafik pumpt.

Aber lassen wir Bilder sprechen!

Ach, einen Singlplayer gibt es auch noch – also bald!

Für alle die die MMO-Schiene nicht so mögen. Keine Sorge, es ist ein Singleplayer-Ableger namens Squadron 42 in Entwicklung. Da bekommt ihr eine cineastisch inszenierte Kampagne geboten. Aktuell ist da CIG mit dem Projekt quasi „Content Complete“ und am Polishing. Geplant ist es 2026 noch zu veröffentlichen. Aber hier zur Einstimmung schon mal ein über einstündiges Gameplay-Video!

Spiele ich es weiter?

Anfangs war ich skeptisch, aber ich erwische mich immer wieder darüber nachzudenken das günstigste Game-Package mir zuzulegen und den Rest an Schiffen nach und nach freizuspielen. Ja, es ist verbuggt, aber es stört mich nicht so dolle das ich vor Wut platz oder es mir keinen Spaß macht.

Im Großen und Ganzen mag ich die Vision und hoffe das man selbst nach 13 Jahren endlich mal größeren Fortschritt macht und es auf die geplante Version 1.0 bringt.

Sagt mal, wie steht ihr zu dem ambitionierten Projekt Star Citizen? Interessiert? Schreibts mal X!

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