Docked – Der Hafensimulator der in allen glänzt, aber nicht in der Performance

Update 06.03.2026: Kurz nach der Veröffentlichung des Beitrags, erschien auf der PS5 ein Day1-Patch. Der hat paar kleinere Bugs gefixt. Die Performanceprobleme bestehen weiterhin.

Saber Interactive hat mittlerweile schon einige Offroad-Simulatoren im Portfolio, u. a. SnowRunner, Expeditions, RoadCraft – und Bus Bound kommt demnächst auch. Der neueste Streich hört auf den Namen „Docked“ und ist ein Hafensimulator. Schauen wir ihn uns gemeinsam an!

Kurz vorweg: Ich habe Docked vorab von Saber Interactive bekommen – danke dafür! – und konnte bereits 12h auf der PS5 spielen. Diese Version hatte bis zum Release noch keine Updates erhalten. Das ist wichtig für den Abschnitt zur Performance.

Wie viele von euch wissen, habe ich mich riesig auf Docked gefreut, weil es erstens von Saber kommt, deren RoadCraft ich liebe, und weil sie auch SnowRunner sowie Expeditions gemacht haben. Alle Spiele sind hochdetailliert, haben starkes Gameplay und eine Grafik, die einfach glänzt. Ich liebe diese Spiele!

Die Handlung simpel, aber Okay

Über Port Wake ist ein Wirbelsturm hereingebrochen, der ein Containerschiff stranden ließ und den Hafen verwüstete. Dort müsst ihr als Sohn namens Tommy im Familienunternehmen STS Crane als Lead Operator nun eine Vielzahl an Aufgaben, genannt Jobs, übernehmen.

Die Handlung reißt sich bisher kein Bein aus und hält im Grunde nur den Rahmen des Spiels zusammen. Aber ganz ehrlich: Wegen der Story spiele ich solche Spiele auch nicht. Sie ist eher ein Nice-to-have.

Die Story wird in eingeblendeten Dialogen erzählt. Text ist auf Deutsch, Synchro auf Englisch. Ist aber okay und stört nicht. Viel zu sagen haben die Figuren eh nicht und meist kommen nur kurze Kommentare.

Was macht man in Docked den so?

Wie bereits bei der Handlung kurz angerissen, müsst ihr diverse Jobs erledigen, die euch dann Geld und Materialen bringen. Diese Jobs sind wiederum Voraussetzung für Missionen die im Bereich Meilensteine gefordert werden, um den Meilenstein abzuschließen. Abgeschlossene Meilensteine schalten dann neue Bereiche auf der Karte, Fahrzeuge frei und Kohle gibt es auch noch.

Die Wirtschaft mit etwas Tiefgang

Ehrlich gesagt hatte ich anfangs etwas Probleme mich in die einzelnen Gameplay-Systeme einzufinden. Es wird zwar einiges erklärt, aber selbst die Tutorials (einsehbar unter Wirtschaft > Kodex) waren oftmals recht allgemein gehalten. Da werden wohl später wieder YouTuber – oooder ich – ran müssen, die das mit einigen Guides etc. erklären.

Docked findet 80/20 im Hafen und der andere Teil in diversen Menüs statt, die die Wirtschaft deines Hafens abbilden. Dabei ist es wichtig Verträge zu erledigen die die Vorgaben haben, eine Anzahl von TEU zu erwirtschaften. Dafür braucht ihr wiederum unterschiedliche Fahrzeuge von Reachstaker, riesige Kräne sogenannte Straddle Carrier, und Bodentransportfahrzeuge genannt Terminal Tractor.

Super Grafik trifft auf maue Performance

Zuallererst: Docked sieht echt hammergut aus. Da sieht man die Saber Engine am werkeln. Da muss ich auch wieder auf SnowRunner und Roadcraft verweisen. Diese Spiele haben echt eine optische Evolution hinter sich. Wie extrem detailliert die Fahrzeuge sind, die Cockpits und die Kräne mit ihren gefühlt 1000 Eisenkabeln und Gestängen – einfach wow! Dazu kommen wunderschöne Spiegelungen in Pfützen und eine richtig schöne Lichtstimmung. Dann wedeln im Palmen im Wind. Hach! Aber nun der Wehrmutstropfen…

Wie am Anfang schon erwähnt, spiele ich Docked auf der PS5. Leider schafft der Simulator aktuell nicht mehr als 30fps – oft sogar darunter, gefühlt eher 20-25. Es gibt auch immer mal wieder Hänger. Man kann zwar in den Einstellungen V-Sync und „Stabile Simulation“ ein- und ausschalten, aber wirklich viel bringt das nicht. Es liegt auch eine leichte Unschärfe über dem Bild und es Flimmern teils die Kanten und Schatten.

Wenn ich sehe, wie flüssig RoadCraft läuft und dazu noch eine Open World hat, finde ich, kann man von Docked verlangen, dass es in dem klar abgesteckten Hafenareal 60fps schafft. Ich denke, in der Entwicklung war bisher kaum Zeit für Optimierung, und da braucht es noch ein paar Updates, um eine flüssige Performance auf der PS5 hinzubekommen. Wie es auf dem PC aussieht, kann ich leider nicht sagen. Im Review-Guide wurde bereits darauf hingewiesen – also gehe ich davon aus, dass man das auf dem Schirm hat.

Was die Physik angeht, da muss ich Saber neben der Grafik wirklich loben: Das ist eines der besten Physikmodelle, die man im Bereich Berufssimulatoren finden kann. Das haben sie schon mit SnowRunner und auch RoadCraft bewiesen. Auch wenn beim Ansetzen der Container, meiner Meinung nach, manchmal etwas zu viel Feingefühl nötig ist.

Seit ich spiele, wurde noch kein Update aufgespielt. Ich erwarte eventuell heute zum Release einen Day-1-Patch, der vielleicht die nötigen Fixes bringt.

Steuerung wild, aber cooles Gameplay

Ihr seht im oberen Bild die riesige Übersicht der Steuerung? Ja, die braucht ihr auch, wenn ihr Container von A nach B bringen wollt. Das wirkt erst mal total überfrachtet und komplex. Aber keine Angst: Ich hatte das nach 2–3h relativ gut drin und konnte meine Container beinahe flüssig manövrieren – auch ohne ständig in diese Liste zu schauen. Mittlerweile, nach der letzten Session, habe ich die Liste sogar ausgeblendet und recht gut und flüssig den Kran geführt.

Wenn ihr Container verladet, zeigen euch in der Mitte drei Symbole an, wo ihr gerade mit eurem „Spreader“ seid – also dem Teil, mit dem ihr die Container aufnehmt. Diese Symbole müssen so ausgerichtet sein, dass alle drei im grünen Bereich sind. Dann andocken, festmachen, hoch damit!

Bei den Containern gibt es bisher zwei Varianten: 20ft (1TEU) und 40ft (2TEU). Diese Einheit TEU (Twenty-foot Equivalent Unit) wird euch im Spiel sehr oft begegnen und ist eine Standardgröße in Häfen. Heißt nix anderes als, lange Container und kurze Container. Euch werden aber auch andere Frachten wie Rohre, kaputte Sachen, etc. begegnen.

Missionstypen und Jobs

Was man sehr viel erlebt ist, bringe einige Container von A nach B. Es waren auch aber kreative Varianten dabei, wie etwa einen falschen Container austauschen, kaputte Gestänge durch den Sturm beseitigen, Ausfahrten freiräumen und die Missionen die dann ganz speziell sind. Das Spiel öffnet sich da nach und nach und wird abwechslungsreicher.

Was ich auch cool fand, als ich einen Reachstaker (das Fahrzeug mit der Kralle vorn dran) reparieren musste. Da hast du so einen Scanner, musst die Gefährt scannen und Schwachstellen ausfindig machen. Repariert wird per Minispiel, die bisher jedes Mal anders waren.

Dennoch habe ich einmal festgestellt das eventuell die Balance im Wirtschaftssystem noch etwas hinkt. Ich hatte einmal den Fall, das ich alle Jobs abgeschlossen habe und pro Tag zwei abschließen musste. Musste ich einen doppelt machen und das finde ich doof. Das ist für mich Grind. Will ich nicht.

Bisheriges Fazit: Docked sieht verdammt gut aus und macht auch Spaß. Wer an RoadCraft seinen Spaß hat, wird auch hier seine Freude haben. Die Wirtschaft hat Tiefgang ist aber kein Monster. Die Physik ist Saber-typisch sehr gut. Nur an der Performance und an den Bugs muss dringend noch gearbeitet werden. Ich denke da kommen aber relativ schnell die nötigen Updates. Kann ich es empfehlen? Für 30eur ist es im Preis fair, für das was geboten wird. Ich selbst habe mich seitdem schockverliebt und werde es definitiv durchspielen.

Okay, das war ein langes F1RSTVIEW XD

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